Geschichte und Entwicklung
Geschichte des Mütterbundes und seine Entwicklung bis zur Internationalen Konföderation
(Auszug aus der Präsentation von Sr. M. Luciane M., 8. September 2022, und von Matilde Di Battista für ihr Territorium, Argentinien, im Jahr 2021)
Ab 1920 wurden Frauen in die Bewegung aufgenommen, zunächst nur als Mitglieder der Liga. Die erste Frau, die sich im Bund weihte, war Gertraud Gräfin von Bullion (1891-1930). Zusammen mit ihrer Cousine bildete sie den Anfang des Bundes unverheirateter Frauen.
Die Schönstatt-Bewegung wuchs und mit ihr auch die Frauenliga. Immer mehr verheiratete Frauen interessierten sich für das Entstehende. In den gemischten Gruppen von Verheirateten und Unverheirateten zeigte sich nach und nach die Notwendigkeit, sie zu trennen, um den unterschiedlichen Realitäten und konkreten Bedürfnissen jeder Gruppe besser gerecht zu werden. Ab 1940 begannen die verheirateten Frauen in einer eigenen Liga zu arbeiten. So entstand die Mütterliga. Als sich Diözesangemeinschaften bildeten, entstand in der Mütterliga ein Kreis von Diözesanverantwortlichen, die zusammen mit einer vom Gründer benannten Marienschwester die apostolischen Leitlinien der Mütterbewegung erarbeiteten.
In diesen Führerinnen wuchs immer mehr das Verantwortungsbewusstsein für die Bewegung und damit auch das Bedürfnis, ihre Zugehörigkeit zu Schönstatt im Geist des Apostolischen Bundes zu vertiefen. Sie verfassten daraufhin eine Satzung, mit der sie sich in dieser Form ganz verpflichten wollten. Sprecherin dieser Gruppe war Maria Maud Wiesmann.
Einige dieser Führerinnen berichteten unserem Gründer von Zeit zu Zeit über ihre Arbeit und ihren Wunsch, eine Bundesgemeinschaft für verheiratete Frauen gründen zu dürfen. Bevor er jedoch seine Zustimmung gab, wartete Pater Kentenich auf klarere Zeichen. Er stellte sich die Frage: Kann eine Mutter zwei Familien angehören, ihrer leiblichen und einer familienähnlichen Gemeinschaft wie dem Bund? So trug unser Vater den Mütterbund bereits vor seiner „Geburt“ in seinem Herzen. Die entscheidende Frage für ihn war jedoch: Was ist Gottes Plan?

Im Jahr 1950 wurde vom 4. bis 8. September im Bundesheim erstmals eine Exerzitienwoche für den Kreis der Diözesanführerinnen organisiert. Über 100 Mütter nahmen daran teil und der große Festsaal des Bundesheims war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Pater Kentenich sprach zu den Müttern über das Thema „Die Exerzitien sind eine Schule der Liebe“ und ging dabei ausführlich auf Fragen und Bedürfnisse in Bezug auf die Erziehung der Frau und der Mutter in Ehe und Familie ein. (Exerzitienvorträge 1950 – veröffentlicht in „Uns gesagt“ Band 3 / Para Nosotras)
Zwischen den Vorträgen nahm sich Pater Kentenich Zeit, um mit den Frauen des Führungskreises über das Thema Bund zu sprechen. Durch private Briefe, die ihm die Mütter einzeln geschickt hatten, hatte er sie bereits kennengelernt. Abschließend sagte er zusammenfassend zu ihnen: Sie leben praktisch schon Bund: Sie führen eine geistliche Tagesordnung, geben dem Beichtvater Rechenschaft und erstatten der Gruppenleiterin Meldung. Und er versichert:
“Nach all dem, was geworden, haben wir nun im Mütterwerk einen Bundeskurs. (…) Ich meine fast, nachdem wir uns nun so zusammengefunden und organisatorisch stärker durchgegliedert haben, müssten wir auch sprechen von einem neuen Siegeszug, den unsere Mütterbewegung in die Welt antritt. Das setzt voraus, dass sich alle, die im Bund sind, noch stärker verantwortlich halten für das Gesamtwerk, dass die Bundeskurse wachsen und gedeihen. Auf den einen Fundamentskurs müssen viele andere folgen. (…) Die Aufgaben, die ihr zu lösen habt, sind sehr verschieden! Was will ich damit sagen? (…) Wie viele sind Sie? Siebenundvierzig – viel zu wenig, wenn Sie eine Weltsendung haben wollen. (…) Sie müssen in die Weite wachsen.”

Rückzugsraum, Covenant House, 1950

Erster Kurs Ancilla

2° Kurs Coenfederatio
Und als Vater und Gründer gibt er den Auftrag: “Wenn der Bund sich hier verwirklicht hat, muss er auch im Ausland erstehen.” (1950)
Pater Kentenich konnte die junge Gründung nicht direkt begleiten. Er legte diese Verantwortung in die Hände seines treuen Mitarbeiters Pater Franz Bezler, der bereits seit Jahren priesterlicher Bundesleiter des Frauenbundes war. Nun galt es, auch die verheirateten Frauen in die Struktur des Bundes einzuführen. Zunächst ernannte er Sr. M. Christgard zur Verantwortlichen für den Aufbau des Mütterbundes, ab 1952 dann Sr. M. Vita, die den Bund bis 1982 leitete.
Am 4. Februar 1968 fand ein entscheidendes Gespräch zwischen unserem Gründer und Schwester M. Vita statt. Sie fragte, wie es mit dem Mütterbund weitergehen solle. Bisher war es für sie ein Experiment gewesen. Jeder Kurs lebte in seiner eigenen Gemeinschaft, aber es fehlte die eigentliche Struktur des Bundes. Was sollte aus dem „Experiment“ werden?
Pater Kentenich gab die klare Anweisung: „Bereiten Sie die offizielle Konstituierung für 1970 vor und erarbeiten Sie die Satzungen.“ Das bedeutete:
a) Neben den Kursen werden ab sofort Gebiete eingerichtet (freie Gemeinschaft und offizielle Gemeinschaft).
b) Die Gebietsführungen werden ernannt.
c) Die Kursmütter werden ernannt.
d) Die ersten provisorischen Satzungen werden verbindlich.
e) Schwester M. Vita wird zur Bundesleiterin gewählt.
Pater Kentenich hatte versprochen, die Konstituierung vorzunehmen. Aber der Himmel hatte andere Pläne. Am 15. September 1968 kam die Stunde seiner Rückkehr in das Haus des Dreifaltigen Gottes.
Die Frauen und Mütter folgten getreu der Anweisung und nach intensiver Arbeit konnte am 22. August 1970 am Grab des Gründers die Konstituierung des Mütterbundes formell durchgeführt werden.

Ausbreitung in andere Länder
1981 – Chile feiert die Gründung des Mütterbundes mit 15 Frauen.
1986 – In den USA findet das erste Treffen von Kandidatinnen statt.
1988 – Der erste Kurs in Argentinien bildet sich.
1992 – Mütter aus Portugal lernen den Mütterbund kennen.
1992 – Auch Frauen in der Schweiz zeigen Interesse am Mütterbund
1994 – Ein Antrag wird beim Generalpräsidium gestellt, um die Gründung des Mütterbundes in Brasilien zu ermöglichen.
1994 – Auch Südafrika stellt offiziell einen Antrag beim Generalpräsidium.
1995 – Paraguay tritt dem Mütterbund Argentiniens bei und die beiden Länder bilden ein einziges Territorium
1995 – Seit diesem Jahr ist der Mütterbund durch den Mütterbund in Deutschland im Generalpräsidium vertreten.
1999 – Mütter aus Spanien interessieren sich für den Bund.
2006 – Beim Generalpräsidium wird offiziell die Gründung des Mütterbundes Spanien beantragt.
2022 – Paraguay bildet ein eigenes Territorium und wird damit autonom.
2024 – Costa Rica beginnt seinen Gründungsprozess.
Welchen Weg haben wir bis heute zurückgelegt?
Der Weg zur Internationalen Konföderation der territorialen Gemeinschaften des Mütterbundes war ein Lebensvorgang, der vor Jahren begann.
Im September 2002 fand das erste internationale Treffen in Deutschland statt. Dieses Treffen wurde 1999 in Chile anlässlich des Jubiläums des 31. Mai bei einem Treffen von Bundesmüttern angebahnt. Sie hatten den Wunsch, sich kennenzulernen und Informationen und Erfahrungen darüber auszutauschen, wie der Bund in den einzelnen Ländern sich entwickelte und gelebt wurde. Trotz der unterschiedlichen Landessprachen und Orte teilten sie dieselbe Sendung und dieselbe Hingabe: das Liebesbündnis mit Maria.
Bei jeder Begegnung konnten diejenigen, die in der einen oder anderen Form daran teilnehmen durften, Zeugnis geben von Geschwisterlichkeit, Herzlichkeit, Hingabe, Arbeit, Gnadenkapital und Freuden, die sich später in reichhaltige Früchte und einen Reichtum verwandelten, der schwer zu vermitteln ist.
Bei jedem der folgenden Kongresse ging es darum, Erfahrungen auszutauschen, Bindungen zu vertiefen, Ideale zu teilen, Gemeinsamkeiten zu finden, die uns verbinden, zu reflektieren und zu entfalten, was unser Vater und Gründer uns als Aufgabe hinterlassen hat, und so weit wie möglich Antworten auf die Herausforderungen der heutigen Zeit zu geben.
Diese internationalen Treffen fanden alle fünf Jahre in verschiedenen Ländern statt:
2002 – 1. Kongress, Schönstatt, Deutschland.
Deutschland schlug verschiedene Themen vor, um sich kennenzulernen.
2007 – 2. Kongress, Argentinien
Thema 1: Der Erziehungsplan im Bund. Pädagogischer Weg. Argentinien/Paraguay
Thema 2: Lebensstil der Bundesmütter – Chile
Thema 3: Auf dem Weg zum gründergemäßen Leitbild des Schönstatt-Mütterbundes – Deutschland
2012 – 3. Kongress in Brasilien
Thema 1: Auswahlkriterien – Chile
Thema 2: Bündniskultur – Argentinien/Paraguay
Thema 3: Apostolat – Deutschland
2017 – 4. Kongress in Chile
Thema 1: Familie heute – Deutschland
Thema 2: Schönstatt im Aufbruch – Argentinien/Paraguay
Thema 3: Tägliche Aktivität einer Bundesmutter – USA, Texas
Thema 4: Der Bund und die Berufung – Chile
2022 – Gründungskapitel des Internationalen Mütterbundes in Schönstatt, Deutschland
Ab 2002 entwickelte sich eine internationale Strömung, die im Laufe der Jahre so stark wuchs, dass 2012 beim 3. Internationalen Treffen in Brasilien die Idee zur Gründung der Internationalen Konföderation bereits konkret Gestalt annahm. Dort wurde viel zu diesem Thema gearbeitet und ausgetauscht. Es wurde beschlossen, das Thema beim nächsten internationalen Kongress, also 2017 in Chile, wieder aufzunehmen.
Bei jedem internationalen Treffen spielte Sr. M. Luciane eine wichtige Rolle und wir haben viel von ihr gelernt. Beim Kongress 2017 sprach sie über die Internationale Konföderation und erwähnte, dass das Generalpräsidium dazu eingeladen hatte, über dieses Thema nachzudenken.
Seit dem ersten internationalen Treffen 2002 beschäftigte uns die Frage, wie und wann wir als Mütterbund zusammenarbeiten könnten.
So stellten wir 2017 fest, dass wir uns in einem historischen Moment befanden, am Beginn des zweiten Jahrhunderts Schönstatts und kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum von Hörde. Wir baten den Heiligen Geist um Erleuchtung und begannen zu überlegen, ob nun endlich der richtige Zeitpunkt für die Gründung der Konföderation gekommen war und welche Schritte zu unternehmen waren.
Ein erster Schritt war die Einreichung des Antrags für die Durchführung des Internationalen Kapitels. Der zweite Schritt war die Festlegung eines offiziellen Termins für das Kapitel, das ausdrücklich als Gründungskapitel des Internationalen Mütterbundes definiert wurde.
Außerdem musste der Ort festgelegt werden, der in Schönstatt, dem Ursprungsort, liegen sollte.
Ein weiterer Punkt war die Entscheidung über die Anzahl der Mitglieder, die an diesem Kapitel teilnehmen sollten. Es wurde beschlossen, dass jedes Territorium drei Vertreter entsenden sollte.
Dieses Gründungskapitel musste auch die internationale Leitung wählen. Da das Kapitel souverän ist, sollte auch dort entschieden werden, wie viele Mitglieder die internationale Leitung bilden sollten.
Um die Internationale Konföderation gründen zu können, wurde gemäß dem Beschluss des Internationalen Kongresses in Chile 2017 ein Antrag an das Internationale Generalpräsidium des Schönstatt-Werkes gestellt, das befugt ist, diesen Antrag zu genehmigen.
Am 18. November 2018 hat das Generalpräsidium den Antrag einstimmig genehmigt und die Durchführung des Internationalen Kapitels für September 2022 in Schönstatt bestätigt
Auf dem Weg zum Gründungskapitel
Im Jahr 2021 wurde eine Kommission unter dem Vorsitz Chiles gebildet, die sich mit der Organisation dieses internationalen Treffens befasste.
Eine erste Kommission bestand aus drei Müttern: Bernardita González aus Chile, Iris Wiersma aus Argentinien und Kathleen Colunga aus den Vereinigten Staaten. Sie begannen, sich regelmäßig zu treffen und überwanden dabei die Sprachbarrieren. Zunächst lernten sie sich kennen, tauschten Erfahrungen und Arbeitsweisen innerhalb des Bundes in ihren jeweiligen Territorien aus. Ihre Freundschaft, Zuneigung und ihr Vertrauen wuchsen. Sie delegierten konkrete Aufgaben an die anderen Territorien, die am Gründungskapitel teilnehmen würden.
Dann fanden die Zoom-Treffen immer häufiger statt. Auch die Mütter aus den teilnehmenden Ländern schlossen sich der Arbeit der Kommissionen an. Alle lernten, die im Internet verfügbaren Übersetzungsprogramme zu benutzen.
Deutschland schickte eine Reihe von Fragen, deren Beantwortung es vor dem Gründungskapitel für wichtig hielt. Auf diese Weise und dank digitaler Plattformen und einiger Übersetzerinnen konnten sich die Teilnehmerinnen für das Internationale Kapitel mehrmals treffen, um die Arbeitsweise zu planen, zu diskutieren und zu vereinbaren. Dieser Austausch vor dem Kapitel selbst erforderte viel Arbeit, war aber unerlässlich, sehr bereichernd und erleichterte die Arbeit, die später in Schönstatt während des Gründungskapitels geleistet wurde.


Internationale Rat
Der während des Gründungskapitels am 7. September 2022 gewählte Internationale Rat setzt sich aus den folgenden Müttern zusammen:
Internationale Leiterin – Kathleen Colunga (USA)
Stellvertretende Internationale Leiterin – Matilde Di Battista (Argentinien)
Ratsmitglied – Maura Santana De Jesús (Brasilien)
Ratsmitglied – Cecilia Brunner (Chile)
Ratsmitglied – Norma Pistilli (Paraguay)
Am 8. September, dem Fest Mariä Geburt, wurde die Internationale Konföderation gegründet unter dem Namen „Internationaler Apostolischer Schönstatt-Mütterbund “ und mit dem Leitbild „Maria, wer mich sieht, soll dich sehen“.